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EU-Energielabels


1. Allgemeine Informationen zum Europäischen Energielabel


Damit der Verbraucher vor einem Vertragsabschluss Gelegenheit erhält, von den wichtigen gerätespezifischen Daten Kenntnis zu nehmen, wurde das Energielabel eingerichtet. Welche Energie und umweltrelevanten Daten hierbei wichtig sind, hat der Gesetzgeber für alle Vertriebswege geregelt.

Das Besondere am Energielabel ist die Einteilung der Geräte in sogenannte Effizienzklassen von "A" bis "G". Diese Klassifizierung ist auf dem Etikett deutlich hervorgehoben. Anhand der Energieeffizienzklassen können der Stromverbrauch und die künftigen Betriebskosten des Gerätes einfach in die Kaufentscheidung einbezogen werden. Der direkte Vergleich von verschiedenen Modellen ist schnell und bequem möglich. Dass A sparsamer ist als B, gilt allerdings nur, wenn man Geräte gleicher Bauart vergleicht.

Mittlerweile erreichen sehr viele Geräte die Energieeffizienzklasse "A". Daher wurden zwei neue Energieeffizienzklassen eingeführt: Den Klassen A+ und A++ werden seit Mitte 2004 die sparsamsten Kühl- und Gefriergeräte zugeordnet. Ab 2011 werden diese durch die Energieeffizienzklassen "A-10" und "A-20" ersetzt. Für alle anderen Geräte ist immer noch A die beste Energieeffizienzklasse. Um hier zwischen der Vielzahl von Geräten der EEK A eine Entscheidung zu ermöglichen, befinden sich auf dem Energielabel weitere, detaillierte Angaben zum Energieverbrauch. Diese Werte sind auch in unseren Artikeldetailbeschreibungen enthalten.

Beispiel für die Wirtschaftlichkeitsrechnung

Insgesamt lohnt es sich, auf die Verbrauchswerte der Hausgeräte zu achten. Auf lange Sicht können nämlich Geräte mit hohem Verbrauch sogar geschenkt teurer sein als gekaufte Spargeräte: Wer einen verschwenderischen Kühlschrank mit Drei-Sterne-Gefrierfach geschenkt bekommt, der 1,0 Kilowattstunden Strom pro Tag verbraucht, zahlt in 15 Jahren etwa 875 Euro für den Strom. Kauft er dagegen für 400 Euro ein besonders sparsames Markengerät mit 0,4 Kilowattstunden täglichen Stromverbrauchs, zahlt er nur 350,00 Euro Stromkosten. Insgesamt kommt der Kauf des Spargerätes also 125,00 Euro günstiger als der geschenkte Kühlschrank.


2. Effizienzklassen Waschmaschinen

Waschmaschinen sind nicht nur nach dem Energieverbrauch in Klassen aufgeteilt, sondern auch nach Wasch- und Schleuderwirkung. Die der Einteilung zugrunde liegenden Messwerte werden nach einem genormten Verfahren im Standard-Waschprogramm "Baumwolle 60°C " mit genormten Wäschestücken ermittelt.

Ermittlung der Energieeffizienzklasse (EEK)

Eine Waschmaschine der Energieeffizienzklasse „A“ verbraucht pro Waschgang höchstens 0,19 kWh pro kg Wäsche. Eine Waschmaschine der Energieeffizienzklasse „G“ verbraucht pro Waschgang mindestens 0,39 kWh pro kg Wäsche.

Einstufung:
EEK
Energieverbrauch C (kWh/kg)
niedriger
A+++
EEI < 46
Verbrauch
A++ 46 ≤ EEI < 52

A+ 52 ≤ EEI < 59


A 59 ≤ EEI < 68

B 68 ≤ EEI < 77
hoher
C 77 ≤ EEI < 87
Verbrauch
D 87 ≤ EEI

Als Faustregel gilt hier, dass Sie mit Geräten der Energieeffizienzklassen A+, A++ und A+++ durchschnittlich bis zu 13, 24 und sogar 32 Prozent Energie gegenüber einem Gerät der Klasse A einsparen können.

Ermittlung der Waschwirkungsklasse (WWK)

Seit Ende 2010 wir die Waschwirkungsklasse nicht mehr auf dem Energielabel der Geräte ausgewiesen, da der Gesetzgeber hier eine mindeste Waschwirkung voraussetzt, die ehemals der besten Klasse "A" entsprach

Ermittlung der Schleuderwirkung (SWK)

Die Klasseneinteilung hängt von der Restfeuchte der Wäsche (in Prozent) nach dem Schleudern ab. Die Klassenbreiten sind jedoch so groß, dass Restfeuchteunterschiede, die durch die Schleuderdrehzahl und Trommeldurchmesser bedingt sind, nicht immer durch unterschiedliche Klasseneinstufungen deutlich werden.

Je geringer die Restfeuchte, umso weniger Energie und Zeit wird zum Trocknen in einem Wäschetrockner benötigt. Die Restfeuchte gibt an, wie viel Wasser sich nach dem Schleudern noch in der Wäsche vorhanden ist.

Beispiel: Wenn 5 kg Trockenwäsche nach dem Schleudern 10 kg wiegen, befinden sich noch 5 kg (bzw. Liter) Wasser in der Wäsche. Das ist eine Restfeuchte von 100 %. Wenn man die Wäsche anschließend in einem Kondensationstrockner trocknen möchte, sollte der Waschautomat mindestens die Schleuderwirkungsklasse C haben, da das Kondensatauffanggefäß bei einem Kondensationstrockner nur ein Fassungsvermögen von 3 - 4 Liter hat.

 

3. Energieeffizienzklassen bei Waschtrocknern

 

Waschtrockner sind kombinierte Waschmaschinen und Wäschetrockner. Daher erfolgt die Berechnung wie bei zwei Einzelgeräten der entsprechenden Geräteklasse, deren Werte dann summiert werden. Allerdings werden diese Werte vorher auf die halbe Beladungsmenge zurückgerechnet.

Die Messwerte werden genauso ermittelt wie bei einfachen Waschmaschinen und Wäschetrocknern und dann zu einem Gesamt-Stromverbrauch für Waschen und Trocknen zusammengefasst. Bei vielen Geräten ist der Gesamt-Wasserverbrauch relativ hoch. Er wird nur in Litern auf dem Energielabel angegeben. Insbesondere auf diesen Wert sollten Verbraucher achten, da die Kühlwasserverbräuche des Kondenstrockners bei 5 kg Wäsche zwischen 17 und 80 Litern liegen.

 


5. Energieeffizienzklassen bei Kühl- und Gefriergeräten


Die Einteilung eines Gerätes in eine Energieeffizienzklasse ist nicht allein von dessen tatsächlichen Stromverbrauch (kWh/Jahr) abhängig, sondern auch von Geräteklasse, Nutzinhalt und Temperaturbereich der einzelnen Fächer. Geräte mit viel Nutzinhalt benötigen eben mehr Strom als kleine Geräte. So kann es also durchaus vorkommen, dass beispielsweise eine bestimmte (größere) Kühl/Gefrierkombination zwar auf dem Label einen höheren Jahresenergieverbrauch ausweist als ein anderes (kleines) Gerät, jedoch in eine günstigere Effizienzklasse eingestuft ist.

Die Energieeffizienzklasse hilft ebenfalls nicht, wenn man beispielsweise Kühlschränke ohne Sternefach mit solchen mit (*/***)-Fach oder Gefrierschränke mit Gefriertruhen vergleicht. Die Anforderungen an die ABC-Abstufung sind je nach Geräteart verschieden. Mancher B-Gefrierschrank verbraucht mehr Strom als eine D-Truhe gleicher Größe.

Die Geräte können den Energieeffizienzklassen "A+++" bis "D" zugeordnet werden. Da durch technische Verbesserungen sehr viele Kühl- und Gefriergeräte die Energieeffizienzklasse „A“ erreichen, wurden für eine bessere Differenzierung Ende 2010 für Kühl- u. Gefriergeräte die Energieeffizienzklassen auf "A+++" erhöht, gleichzeitig wurden die redundanten schlechtesten Verbrauchsklassen E-G entfernt.

Als Faustregel kann man dabei von durschnittlichen Energieeinsparungen von 20, 40 und bis zu 60 Prozent für die drei besten Klassen A+, A++ und A+++ im Vergleich zu einem Gerät der Energieeffizienzklasse A ausgehen.

Ermittlung der Energieeffizienzklasse (EEK)

Zur Einstufung in eine Energieklasse wird zunächst aus den Volumina der Einzelfächer das so genannte "korrigierte Nutzvolumen" errechnet. Fächer unterschiedlicher Temperatur haben einen unterschiedlich hohen Energieverbrauch. Zur Bestimmung der korrigierten Nutzinhalte werden daher die Fächervolumina mit einem der folgenden Korrekturfaktoren je nach Temperaturbereich gewichtet. Aus der Addition der einzelnen gewichteten Nettovolumina ergibt sich dann das korrigierte Nutzvolumen des Gerätes.

Fächertyp
Faktor
Kellerfach
0,75
Kühlfach
1,00
Frischlagerfach nahe 0 Grad
1,25
1-Sternefach
1,55
2-Sternefach
1,85
3- oder 4-Sternefach
2,15
No-Frost-Gefrierfach
2,58

Aus dem korrigierte Nutzvolumen wird ein Soll-Jahresverbrauch errechnet. Dieser gibt den Verbrauch eines durchschnittlichen Gerätes in Abhängigkeit von seiner Größe und der Geräteklasse an. Setzt man diesen Durchschnittswert ins Verhältnis zum tatsächlichen Stromverbrauch des Gerätes, so erhält man schließlich den klassenbestimmenden Wert, den so genannten Energieeffizienzindex "I". Der Energieeffizienzindex bestimmt schließlich die Zuordnung eines Gerätes zu einer Energieeffizienzklasse. Mit A+++ werden die sparsamsten Kühl- und Gefriergeräte gekennzeichnet.
Einstufung
EEK
Energieverbrauchsindex "I"
niedriger
A+++
EEI < 22
Verbrauch
A++
22 ≤ EEI < 33

A+
33 ≤ EEI < 44

A 44 ≤ EEI < 55

B 55 ≤ EEI < 75
hoher C 75 ≤ EEI < 95
Verbrauch D 95 ≤ EEI < 110






Wirtschaftlichkeitsrechung

 

Eine Kühl/Gefrierkombination mit einem Kühlteil von 236 Liter und einem 4-Sternefach von 74 Liter hat ein korrigiertes Nutzvolumen von: (236 ltr x 1,00) + (74 ltr x 2,15) = 395,1 Liter. Für diese Kühl/Gefrierkombination setzt die EU-Richtlinie einen Soll-Jahresverbrauch von 610 kWh fest. Nimmt man in dem Beispiel einen tatsächlichen Stromverbrauch von 329 kWh/Jahr an, so ergibt sich ein klassenbestimmender Indexwert zu 329 : 610 = 0,539 bzw. 53,9 %. Das Gerät ist also energieeffizienter als ein Durchschnittsmodell, das einen Indexwert von 100 % aufweisen würde.

Das im Beispiel genannte Gerät ist in die Klasse "A" einzustufen. Allerdings ist der auf dem Label genannte Wert immer unter Laborbedingungen gemäß den einschlägigen Normen ermittelt worden. Der tatsächliche Energieverbrauch im Haushalt hängt auch vom Aufstellort und vom Nutzerverhalten ab.

 


6. Energieeffizienzklassen bei Geschirrspülern


Elektrische Haushaltsspülmaschinen werden nicht nur nach dem Energieverbrauch in Klassen aufgeteilt, sondern auch nach Reinigungs- und Trocknungswirkung. Diese Einstufungen befinden sich auch auf dem Energielabel einer Spülmaschine. Zudem findet man hier Informationen zur Kapazität (Anzahl einstapelbarer Maßgedecke) und Wasserverbrauch.
Um Geschirrspüler auf ihre Energieeffizienz überprüfen zu können, werden sie mit einer Referenzmaschine verglichen. Der Vergleich der beiden Maschinen findet zur gleichen Zeit und unter den gleichen Bedingungen statt. Allerdings werden die Messwerte zur Bestimmung der Energieeffizienz bei einem vom Gerätehersteller ausgewählten Spül-Programmen ermittelt. Da jedoch der Energieverbrauch über die beim ausgewählten Programm erreichten Temperaturen eng mit der Reinigungsleistung und dem Trockenergebnis verknüpft ist, muss der Verbraucher diese Angaben immer gemeinsam betrachten. Demgegenüber sind Trocknungs- und Reinigungswirkungsklasse europaweit für Spülprogramme normiert und berücksichtigen nur die Anzahl gespülter Maßgedecke.

Seit Ende 2010 ist die Reinigungswirkungsklasse für Geschirrspülmaschinen hinfällig, das hier vom Gesetzgeber ein Mindestreinigungsleistung vorgeschrieben ist, die der Klasse "A" entspricht.


Ermittlung der Trocknungswirkungsklasse (TWK)

Die Ermittlung der Trocknunsgwirkunsleistung erfolgt mit der Bestückung der Maschine mit einem sauberen Geschirr, das einem normalen Spülprogramm unterzogen wird. Nach Ende des Spül- und Trockenvorgangs bleibt die Tür 30 Minuten verschlossen. Danach wird das Geschirr einer Sichtprüfung unterzogen, in der die Trocknungsleistung mit Punkten von 2 (trocken) bis 0 (nass) bewertet wird. Das Verhältnis zwischen den Punkten der zu prüfenden Geschirrspülmaschine und der Referenzmaschine bezeichnet den Trocknungswirkungsindex "PD".
Einstufung
RWK
Trocknungswirkungsindex "PD"
hohe
A
> 1,08
Trocknungswirkung
B
> 0,93

C
> 0,78

D
> 0,63

E
> 0,43
niedrige
F
> 0,33
Trocknungswirkung
G
< 0,33

 

Ermittlung der Energieeffizienzklasse (EEK)

Während der Überprüfung der Reinigungsleistung wird die Messung des Energieverbrauchs in kWh und Wassers in +/- 0,1 Liter vorgenommen. Mit Hilfe dieser Messung wird der normierte Energieeffizienzsindex "EEI" ermittelt. Dieser ist der Quotient aus dem gemessenen Energieverbrauch und einem errechneten Standardverbrauch, der von der Kapazität des Geschirrspülers abhängt. Aus dem Energieeffizienzindex ergibt sich dann die Energieeffizienzklasse. Seit Ende 2010 gibt es hier neue Klassen, um den deutlich verbesserten Effizienzwerten der Hersteller gerecht zu werden.

 

Einstufung
EEK
Energieverbrauchsindex "EEI"
niedriger
A+++
EEI <50 
Verbrauch
A++ 50 < EEI < 56 

A+ 56 ≤ EEI < 63

A

63 ≤ EEI < 71


B 71 ≤ EEI < 80
hoher
C 80 ≤ EEI < 90
Verbrauch
D 90 ≤ EEI

 
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